Freisprechungsfeier bei FTE-Automotive in Ebern

Ein entscheidender Tag für Berufsanfänger und ein Meilenstein für ihr künftiges Berufsleben war am Donnerstag die Freisprechungsfeier beim größten Arbeitgeber im Landkreis Haßberge. Zwei junge Frauen und vier junge Männer erhielten nach erfolgreicher Ausbildung bei der Firma FTE ihre Prüfungszeugnisse im Werk Fischbach aus den Händen von Personalleiter Olaf Fritsch, der Leiterin Aus- und Weiterbildung, Elisabeth Schneider sowie Claudia Fischer-Curdts, Leiterin der Personalentwicklung bei FTE.

Die 20jährige Christin Lerche aus Ebern ist eine der beiden jungen Frauen, die ihre Ausbildung beendet haben. „Ursprünglich habe ich mich nach meinem Realschulabschluss bei FTE als Industriekauffrau beworben“, sagt Christin. Ein solcher Ausbildungsplatz konnte ihr jedoch nicht zur Verfügung gestellt werden. „Ich finde es Klasse, dass ich nicht einfach eine Absage erhalten habe, sondern mir angeboten wurde Fachkraft für Lagerlogistik zu lernen“, freut sie sich. Im Nachhinein scheint sie damit recht zufrieden zu sein. „Das ist halt nicht nur ein trockener Bürojob, weil man als Logistikfachkraft direkt mit Menschen wie mit Lkw-Fahrern oder Lieferanten zu tun hat. Ich muss gestehen, dass ich von diesem Beruf erst durch das Angebot von FTE erfahren habe“, schmunzelt Christin. In die Industrie wollte sie eigentlich auch, weshalb es nahe lag, bei FTE in ihrem Heimatort Ebern die Ausbildung zu beginnen. „Na und außerdem hat FTE auch einen guten Namen und ich kenne viele, die dort arbeiten“, sagt die junge Frau. Sie ist stolz ihre Ausbildung erfolgreich abgeschlossen zu haben. Dass es dazu gekommen ist, daran habe die Firma und ihre Ausbilder einen entscheidenden Anteil. „Meine Lehrzeit finde ich im Nachhinein total gut. Man kümmerte sich um mich, die Arbeitskollegen waren freundlich, in der Berufsschule war es auch Ok, eigentlich lief alles relativ reibungslos“, sinnt Christin Lerche. Sie war, wie sie sagt, die einzige weibliche Azubi. „Klar, man macht sich so seine Gedanken wenn man einen eher typischen Männerberuf erlernt, aber ich wurde von Anfang an akzeptiert und meine Bedenken waren schnell weggewischt.“ Christin lächelt und sagt: „Ich wurde sogar zum kleinen Liebling meiner Arbeitskollegen, die mir gegenüber alle recht zuvorkommend waren.“ In den Bereichen Versand, Kommissionierung und Wareneingang hatte es sie immerhin mit etwa 30 männlichen Beschäftigten zu tun. Wenn Christin ihre Ausbildung bei FTE Revue passieren lässt fällt ihr spontan ein, dass sie einiges an Sozialkompetenz erworben hat, in der Kommunikation offener und auch selbstbewusster wurde. „Erstmals in meinem Leben musste ich vieles für mich selber entscheiden, alleine vieles meistern wo mir früher Eltern oder Lehrer zur Seite standen und ein erfolgreicher Berufsabschluss gibt Sicherheit“, sagt Christin Lerche. Jetzt wird sie erst einmal für ein Jahr befristet bei FTE beschäftigt sein. „Wie es dann weiter geht kann ich nicht sagen. Ich werde mich jedenfalls anstrengen meine Arbeit gut zu machen und wenn ich später übernommen würde, wäre das prima“, sagt die junge Frau mit selbstbewusster fester Stimme.

„Was war ihnen wichtig in ihrer Ausbildung, was nehmen sie mit in ihr Berufsleben, lassen sie uns teilhaben was sie bewegt“, fragte Personalleiter Fritsch in die Runde. Offensichtlich waren alle, wie auch Christin Lerche zufrieden, wie den Gesichtern der ehemaligen Azubis zu entnehmen war. Fritsch sagte, dass in der Firma FTE gegenwärtig 50 Auszubildende ihre Lehre absolvieren, 38 im Werk Ebern, zwölf in Fischbach. Hinzu kämen noch Dualstudierende. Olaf Fritsch gab einen kurzen Überblick über die Ausbildungssituation des Unternehmens in den letzen Jahren und machte deutlich, dass FTE bestrebt ist mit qualifizierten Nachwuchskräften alle Fachbereiche des Unternehmens abzudecken. Auf die Prüfungsergebnisse eingehend gab der Personalleiter bekannt, dass der Notendurchschnitt bei den Freizusprechenden 2,4 betrage. „Von 1,6 bis irgendwo ist alles dabei.“ Er forderte die jungen Menschen auf weiter an sich zu arbeiten, um künftigen Herausforderungen gewachsen zu sein.

Claudia Fischer-Curdts rief mit einer kurzen Präsentation die Ausbildungsjahre der jungen Berufsanfänger in Erinnerung, bevor sie ihre Zeugnisse erhielten. Hierbei skizzierte die Leiterin Aus- und Weiterbildung, Elisabeth Schneider, mit einigen Sätzen jeden Einzelnen mit seinen Eigenarten, die während der Ausbildung offenkundig geworden waren.

Freigesprochen wurden:
Lena Bühler (Industriekauffrau), Christoph Zacher (Industriekaufmann Werk Mühlhausen), Gergö Kiss (Fachinformatiker), Braday Martin (IT-Systemelektroniker), Christin Lerche und Kilian Schneider-Glomb (beide Fachkraft für Lagerlogistik. Für ihren hervorragenden Abschluss der Berufsschule bekamen Gergö Kiss und Jessica Stark als besondere Anerkennung einen Staatspreis der Regierung von Unterfranken. Sie haben bereits im Februar 2015 ihre Ausbildung abgeschlossen. Von der Industrie- und Handels-Kammer (IHK) erhielten Thomas Hülß und Carmen Mantel für mehr als zehnjährige Tätigkeit als Ausbildungsbeauftragte die Ehrennadel in Silber der IHK. An Andreas Drachsler, der nicht anwesend sein konnte, wird diese nachgereicht.


(Text und Bilder Helmut Will)